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Die Super-BB, die nie abhob

23. Juli 2026

Technische Zeichnung einer BB mit Golf-Textur – zwei Ansichten mit Maßangaben und winzigen Dimples über die ganze Oberfläche

Serienrepliken haben meist keine gute Streuung. Nach ein paar Dutzend Metern laufen die BBs immer weiter auseinander, und wir können nicht mehr kontrollieren, wohin sie gehen. Tunst du die Replik, wird die Gruppierung enger, die BBs fliegen tatsächlich dorthin, wo wir zielen – und so holt man sich indirekt mehr Reichweite.

Selbst wenn wir eine theoretisch ideale Replik mit perfekter Streuung hätten, bliebe immer noch der Luftwiderstand an der BB, und hier ist die Physik unerbittlich! Mit schwereren BBs und mehr Power wächst die Reichweite um etwa 80 cm pro 0,01 g BB-Gewicht, worüber ich in den letzten beiden Posts geschrieben habe. Aber für eine perfekt glatte Kugel ist der Luftwiderstandsbeiwert von 0,47 die Grenze, und darunter geht es nicht.

ES SEI DENN, die Kugel ist NICHT perfekt! Bringt man winzige Dellen auf der Oberfläche an, kann der Widerstandsbeiwert auf 0,20-0,25 fallen – und genau deshalb haben Golfbälle diese “Dimples”.

Und wenn wir das mit einer Airsoft-BB machen würden??? Wir würden die Reichweite um 50-60% steigern?!?

2008 kündigte die Schweizer Firma Bioval den BBB DIMPLEX an – eine revolutionäre BB mit Golf-Textur. Der Verkaufsstart war für 2009/2010 geplant, und Biovals Direktor Stefan Valentino behauptete in einer Mitteilung, man habe “fantastische Verbesserungen bei Reichweite und Präzision” erreicht – ohne dabei auch nur eine einzige konkrete Zahl zu nennen.

Nachdem Cybergun Bioval übernommen hatte, wurde es still um den Dimplex.

In der Airsoft-Community gab es DIY-Versuche – vom Spritzguss bis zu mit dem Bohrer gebohrten Löchlein in einer BB – aber nichts davon wurde je mit glaubwürdigen Messungen belegt.

Und warum hat sich das Konzept nicht durchgesetzt?

Der Herstellungsprozess für so einen winzigen “Golfball” war kompliziert, schwer reproduzierbar und teuer. Wegen der unebenen Oberfläche verklemmten sich die BBs in den Magazinen, und der Kontakt mit dem HopUp wurde inkonsistent – was zu unberechenbarem Spin führte. Aber das größte Problem war wieder die Physik – denn bei so einer kleinen Kugel ist der aerodynamische Effekt der Textur viel schwächer als bei einem Golfball!